„Italien ist nicht nur ein Sehnsuchtsort“
Warum bis heute der italienische Widerstand gegen den Faschismus mit Pasta gefeiert wird und Mussolini seinen Landsleuten Nudeln vom Speiseplan streichen wollte.
Interview von Ornella Cosenza
SZ, 24.07.2026Soziologin Norma Mattarei stammt aus Verona, kam in den Achtzigerjahren nach München, forschte an der LMU und gibt heute Stadtführungen zum Thema Nationalsozialismus in München. Sie kannte die Associazione Nazionale Partigiani d'Italia (ANPI) schon aus Italien. Als sich 2020 in München ein Ableger der Vereinigung gründete, ist sie Mitglied geworden und engagiert sich mittlerweile im Vorstand.
SZ: Frau Mattarei, warum braucht es eine Vereinigung italienischer Widerstandskämpfer mehr als 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg?
Norma Mattarei: ANPI wurde 1944 von Mitgliedern der Resistenzagegründet, der italienischen Widerstandsbewegung gegen den Faschismus und die deutsche Besatzung. Heute gibt es die Organisation in ganz Italien und im Ausland, auch in München mit etwa 100 Mitgliedern. Unser Auftrag ist derselbe geblieben: Wir wollen Antifaschismus, Frieden und Freiheit verteidigen und daran erinnern, dass diese Werte nicht selbstverständlich sind.